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Methoden der Haarverpflanzung

Wie schon aus den vorigen Artikeln ersichtlich wurde, können Haare heute auf verschiedene Art und Weise verpflanzt werden. In der Regel bedeutet die Haarverpflanzung in der modernen ästhetischen Medizin jedoch immer die Umverteilung des eigenen Haares derart, dass kahle Stellen auf dem Kopf verschlossen werden.

Bereits im 18. Jahrhundert litten die Menschen unter Haarausfall, woraufhin zahlreiche Wissenschaftler damit begonnen, entsprechende Verfahren zu dessen Bekämpfung zu entwickeln. Anfangs experimentierte man sogar mit der Implantation von Tierhaaren bei Menschen, erzielte damit jedoch keine vielversprechenden Erfolge. Erst im 19. Jahrhundert - genauer gesagt 1939 - entwickelte ein japanischer Dermatologe die so genannte Durchschlagtechnik, welche fortan im Bereich der Haarverpflanzung als Referenz dienen sollte. Mittels eines speziellen Werkzeugs - dem besagten Durchschlag - entfernte er kleinste, behaarte Hautteile und pflanzte diese anschließend an anderer Stelle wieder ein.

Die heute am meisten angewendete Methode, man spricht dabei in der Regel von der Mini- beziehungsweise Micrograft-Methode, ist genau genommen nur eine Weiterentwicklung der Durchschlagtechnik. Auch hier werden kleinste Hautpartien mitsamt Haarwurzeln in Form von Streifen entnommen, allerdings werden diese dann nicht einfach unverändert an anderer Stelle wieder eingepflanzt, sondern zunächst in mittlere und kleinere Hautsegmente mitsamt Haarwurzeln geteilt. Dieses Verfahren ist wesentlich feiner und benötigt daher eine zeitaufwändige Vorbereitung, die es recht teuer macht.

Die neueste bislang bekannte Methode der Haarverpflanzung wurde in den frühen 1990er-Jahren durch britische Mediziner entwickelt. Diese Methode nennt sich „Follicular Unit Extraction“ – kurz FUE. Es handelt sich dabei quasi um eine nochmals verfeinerte Micrograft-Methode, bei der jedoch nicht ganze Hautpartien, sondern einzelne Haarfollikel in ihrer natürlichen Gruppierung mit ein- bis vier Haaren entnommen werden. Es wird hierbei also die natürliche Bündelung der Haare auf dem Kopf für die Verpflanzung benutzt, wodurch ein besonders feines und vom Original-Haarwuchs kaum zu unterscheidendes Ergebnis entsteht.

Der besondere Vorteil bei der FUE-Methode ist, dass hierdurch nicht nur Kopfhaare, sondern beliebige Körperhaare verpflanzt werden können. Allerdings ist in diesem Zusammenhang darauf zu achten, dass Körperhaare in der Regel eine andere Struktur und Farbe als das Kopfhaar des Menschen aufweisen. Somit sind bei der Verpflanzung von Körperhaaren zunächst aufwändige Anpassungsarbeiten notwendig, wenn diese im Anschluss auf dem Kopf positioniert werden sollen.

Die FUE-Methode wird heute nicht nur zur Transplantation von Kopfhaar angewendet, sondern auch an nahezu allen anderen Körperbereichen. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, bei Unfallopfern - zum Beispiel nach Brandverletzungen - Körperhaare an beliebige Stellen zu transplantieren. Mit dieser Methode können Barthaare, Achselhaare, Brusthaare sowie Schamhaare erfolgreich transplantiert werden. Jeder Transplantation geht zunächst die bereits angesprochene Gliederung der einzelnen Haarfollikel voraus, die unter einem hochauflösenden Mikroskop vorgenommen wird. Ist die Gliederung vollbracht, werden die einzelnen Hautpartien zunächst in einer Nährlösung zwischengelagert, bevor sie in die vorbereiteten Transplantationsareale eingesetzt werden können. Je nach Größe und Position der zu transplantierenden Stellen wird das Ganze unter örtlicher Betäubung oder auch unter Vollnarkose durchgeführt.


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